essays5/2014

Gedanken zum Ich – Gedanken zum Selbst

 

Wo ist also dieses Ich, wenn es weder im Körper noch in der Seele ist?

Blaise Pascal

 

Alle diese Zeiten sind dahin; was folgt, wird auch dahin gehen: der Körper wird wie ein Kleid zerreißen, aber ich, das wohlbekannte Ich, Ich bin.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Es gibt nichts Verlogeneres, nichts Illusorischeres als das Ich: Es ist überhaupt nicht da! – also musst du es irgendwie stützen, musst du es ständig „warten”, es ist ja nur schöner Schein. Wenn du es auch nur vierundzwanzig Stunden lang sich selbst überlässt, muss es sterben. Vierundzwanzig Stunden reichen schon – ja selbst vierundzwanzig Sekunden! Du musst es immerzu päppeln, musst es aufrichten, musst es manipulieren, musst es stützen. Dein ganzes Leben lang musst du dafür schuften, den Traum aufrecht zu erhalten, dass du Wer bist. Und im Tod muss es dann doch verschwinden!

Osho

 

Jeder ist sich selbst der Fernste.

Indische Redensart

 

Was wunderst du dich, dass deine Reisen dir nichts nützen, da du dich selbst mit herumschleppst?

Sokrates 

 

Das Selbst wird nicht geboren und stirbt auch nicht. Es nichts, das erst da ist und dann aufhört da zu sein. Es ist ungeboren, ewig, verändert sich nie und in keinster Weise, und es ist immer frisch und neu. Wenn der Körper zerstört wird, wird es nicht zerstört.

Bhagavad Gita, 2,20

 

Das “Ich” in “Ich denke”  oder “Ich tue” ist ebenso real wie das “Es” in “Es regnet” oder “Es ist kalt.”

Leo Hartong  

 

Wer alles Dasein im Selbst und das Selbst in allem Dasein erblickt, geht nicht in die Falle vernichtender und schwächender Verzweiflung.

Yajurveda 

 

Wir hören viel, aber wir hören erst eigentlich, wenn wir die wirren Stimmen haben sterben lassen und nur noch eine spricht. Wir sehen viel, doch sehen wir erst eigentlich, wenn wir die wirren Lichter alle ausgeblasen haben und nur das eine klare, große in die Seele leuchtet, das fern ist aller Geschaffenheit, aller Gespaltenheit.

Meister Eckhart

 

Das Selbst ist Zeuge, alles durchdringend, vollkommen, nicht dual, frei; Bewusstsein – tatenlos, ungebunden, wunschlos und in Frieden. Nur in der Illusion scheint er in den Weltenlauf verstrickt zu sein.

Ashtavakra Gita 1,12 

 

Das Selbst durchdringt alles. Warum erkennen wir es nicht, wenn es doch alles durchdringt? Weil auch der, der es erkennen will, von ihm durchdrungen ist.

Swami Dayananda




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